Warum Frauen bleiben

„Sie kann ihn ja verlassen, wenn es so schlimm ist.“

Tatsache ist: Viele Frauen wollen, dass die Gewalt, nicht aber die Beziehung aufhört. Die Gründe für ihr Bleiben sind vielfältig. Liebe, Hoffnung, Scham, gemeinsame Kinder, wirtschaftliche Abhängigkeit, Angst vor noch mehr Gewalt bei der Trennung und bei Migrantinnen Angst vor dem Verlust der Aufenthaltsbewilligung. Angst lähmt, so dass die Opfer häufig nicht über ihre Situation sprechen und sich deshalb auch keine Unterstützung holen können.

Der Zyklus der Gewalt

Häusliche Gewalt beginnt schleichend und entwickelt sich zu einem Teufelskreis. Die betroffenen Frauen hoffen, dass sich die Situation wieder zum Besseren wenden wird. Die Erfahrung zeigt aber: Wer einmal zugeschlagen hat, wird es wieder tun.

  1. Am Anfang des Gewaltzyklus stehen Demütigungen, Beleidigungen, Bloßstellungen und Diskriminierungen.
  2. Gewalthandlungen folgen in immer kürzeren Abständen und werden immer unberechenbarer und aggressiver.
  3. Gewaltausbrüchen folgen Versöhnungen und Versprechen, die nicht eingehalten werden.
  4. Danach versuchen die Täter, ihr gewalttätiges Handeln zu entschuldigen und zu bagatellisieren. Sie versuchen dem Opfer eine Teilschuld zu geben. Ausreden wie „Ausrutscher“, „Alkohol“, „Kinder zu laut“ oder „Sie hat mich halt provoziert“ werden vorgeschoben.

Literaturhinweis

Vortrag von Frau Prof. Dr. Margit Brückner
„Warum sich Frauen schlagen lassen …“

Weibliche Erduldung männlicher Gewalt

als Ausdruck struktureller Machtunterschiede im Geschlechterverhältnis

Kulturelle Bilder männlicher Ansprüche

und weiblicher Hingabe und ihre Wirkungen in gewalttätigen Beziehungen

  • „Meine Frau gehört mir“ – „Ich gehöre meinem Mann“
  • „Denn er wusste nicht, was er tat“
  • Der Zyklus der Gewalt in schwer gewalttätigen Beziehungen

Kulturelle und individuelle Selbstbilder

der liebenden Frau: „Dasein für andere“

Lebensstärken

und Beziehungsschwächen von Frauen

Neuanfänge